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Region Bülach
29.11.2025

Klimawandel macht’s möglich: Merlot in Eglisau

Bild: zVg
Ein mutiger Schritt, ein neuer Geschmack: In Eglisau wächst jetzt Merlot – und schreibt ein neues Kapitel Zürcher Weingeschichte.

Eglisau ist bekannt für Pinot Noir. Doch jetzt kommt Bewegung in die traditionsreiche Weinregion: Zum ersten Mal überhaupt wird hier Merlot angebaut – und der erste Jahrgang steht kurz vor dem Verkaufsstart.

Was nach einem kleinen Schritt klingt, ist in Wirklichkeit ein Umbruch. Denn das Klima wandelt sich – und mit ihm das Terroir am Zürcher Hochrhein. Winzer Mathias Bechtel hat früh reagiert: Bereits 2021 und erneut 2023 pflanzte er auf einem Hektar die früh reifende Sorte Merlot. Jetzt, mit dem Jahrgang 2024, kommt der erste Wein auf den Markt.

Der Neue zeigt Charakter. Ausgebaut in Barriques aus Schweizer Eiche und Kastanie, tief rubinrot im Glas, mit Aromen von Pflaumen, Gewürzen und samtigen Tanninen. Kraftvoll und elegant zugleich – ein Wein, der den Aufbruch verkörpert.

Bild: zVg

Was nach Innovation schmeckt, hat tiefe Wurzeln. Eglisau zählt zu den ältesten Weinbaugebieten der Schweiz. Schon 891 wurde der Stadtberg erstmals urkundlich als Rebland erwähnt. Damals dominierte Weisswein die Hänge, später übernahm der Pinot Noir.

Jetzt also Merlot. Möglich machen es die wärmeren Bedingungen, die die einst kühlen Rebberge auch für neue Sorten attraktiv machen. Gleichzeitig stehen Qualität, Nachhaltigkeit und Landschaftsschutz im Vordergrund.

Mit der aktuellen Rebbergmelioration wurde nicht nur technisch modernisiert – sondern auch ökologisch aufgewertet. Trockenmauern, Hecken und Lebensräume für Kleintiere prägen die neuen Weinberge.

Der Merlot von Bechtel ist mehr als ein neues Produkt. Er ist ein Symbol für die Erneuerung eines alten Handwerks – und für den Mut, Tradition weiterzudenken.

Bild: zVg
mj
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