Der Konflikt zwischen dem Zoo Zürich und der Stahlbaufirma Baltensperger AG eskaliert weiter. Nachdem sich die Parteien über mehrere Wochen nicht auf eine Lösung einigen konnten, hat der Zoo die Verhandlungen nun offiziell beendet. Damit bleibt unklar, wie es mit der Stahlkonstruktion für die neue Pantanal-Voliere weitergeht, deren Bauteile zum Teil bereits produziert sind.
Streit um Bauteile und Entschädigung
Im Zentrum des Streits steht die Frage, wie die vorproduzierten Bogenträger entschädigt und verwendet werden sollen. Der Zoo hatte die Elemente ursprünglich übernehmen wollen, beurteilte jedoch den vom Unternehmen geforderten Preis als nicht angemessen. Baltensperger wiederum betont, dass der von ihnen zum Überleben notwendig geforderte Mindestpreis nicht einmal dem wirklichen dem Material- und Produktionsaufwand entsprachen. In einem internen Schreiben, welches ZU24.ch vorliegt, äussert sich die Firma Baltensperger sehr kritisch gegenüber dem Zoo Zürich. Einerseits behaupte der Zoo die ungenügende Qualität der Stahlbauteile, wolle sie aber gleichzeitig – zu einem «Spottpreis» – übernehmen – das widerspricht sich.
Zoo verteidigt seine Haltung, wollte aber nur ein Bruchteil der geforderten Summe für die Stahlteile bezahlen
Nach Angaben des Zoos wurden die angebotenen Summen in mehreren Schritten angepasst, zuletzt deutlich erhöht. Dennoch kam es zu keiner Einigung. Ein vom Zoo gesetztes Ultimatum soll, wie in vielen Presseberichten kolportiert, unbeantwortet geblieben sein. Baltensperger sagt dagenen, man habe vor Ablauf des auf Mitternacht angesetzte Ultimatum reagiert und erklärt, wieso sie auf das viel zu tiefe Angebot (es wird von einem Sechstel des Materialwerts gesprochen) nicht eingehen könne. Resultat: Die Gespräche wurden von Seiten Zoo abgebrochen. Der Zoo bedauert diesen Schritt, betont jedoch, dass aus seiner Sicht kein höheres Angebot vertretbar gewesen sei, da das Projekt vollständig aus Spendengeldern finanziert werde und eine besondere Verantwortung gegenüber den Geldgebern bestehe. Geschäftsführer Thomas Baltensperger: "Dass die Bogenträger nun zu viel höheren Kosten bei einem anderen Stahlbauer produziert und bezogen werden müssen, widerspricht einem führsorglichen Umgang mit Spendengeldern. Hier werden Gelder vernichtet.